Die Demokratisierung von Information im Werkzeugbau

Chance für mehr Transparenz und Effizienz?

Für die Unternehmenssteuerung von im internationalen Wettbewerb stehenden Werkzeugbau-Betrieben werden Informationen immer bedeutsamer. Dabei nimmt das interne Rechnungswesen – also dort, wo der Steuerberater aufhört zu helfen – eine zunehmend wichtigere Rolle ein.

Die elektronische Verarbeitung von Daten und Informationen im Werkzeug- und Formenbau stellt eine Managementaufgabe dar. Die Werkzeugbau-Kernprozesse werden bereits seit Längerem intensive durch EDV unterstützt. Steuerungs- und Unterstützungsprozesse hingegen hinken in Sachen vernetzter Informationstechnologien meist noch hinterher.

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Abbildung 1 „Systemlandkarte“ Werkzeugbau

Gelingt es all die fraktalen Informationsquellen im Unternehmen stimmig und aktuell sämtlichen Prozessbeteiligten im Unternehmen verfügbar zu machen, entstehen Chancen zu mehr Transparenz und Effizienz für die Prozessbeteiligten im Werkzeugbau.

Die Demokratisierung von Informationen aus den involvierten Unternehmensbereichen mit Hilfe entsprechender IT-Systeme führt zu einer wichtigen Steuerungs- und Entscheidungsgrundlage für das Management.

Beispiel Ressourcenplanung

Nicht nur eine möglichst effiziente Auslastung der Fertigungskapazitäten ist heutzutage unabdingbar um im international agierenden Werkzeug- und Formenbau wettbewerbsfähig zu sein. Auch viele betriebswirtschaftliche Faktoren gilt es optimal und vorausschauend zu planen und steuern. So sind nebst Mitarbeiterverfügbarkeit auch externe Kapazitäten und insbesondere der Kapitalbedarf und die Liquiditätssituation ständig im Blick zu behalten. Um hierfür eine Planung präzise und effektiv erstellen zu können bedarf es einer passenden Informationsbasis. Eine solche kann von laufenden Rückmeldungen aus der Betriebsdatenerfassung (BDE) und dem Vorausplanungshorizont der Fertigung gewonnen werden. Damit das funktioniert müssen umfangreiche Informationen aus Fertigung, Lager, Einkauf, Rechnungswesen und Personalwirtschaft in Einklang gebracht werden.

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Abbildung 2 Beispiel „Ressourcenplanung“

Beispiel Profitabilität

Nennenswerte Gewinnmargen zu erzielen ist in der Werkzeug- und Formenbau Branche kein leichtes Unterfangen. So liegt die Umsatzrendite im deutschen Werkzeug- und Formenbau beispielsweise nach wie vor im Durchschnitt unter 3%. Es gibt kein einfaches und allgemein gültiges Rezept um dieses zu verbessern. Aber wenn man daran arbeiten möchte wird die Ermittlung exakter Stunden- und Zuschlagssätze für die Kalkulation, die Kenntnis der Gewinnschwelle sowie eine gewisse Kostentransparenz unverzichtbar. Hierzu ist dann die Erfassung von Leistungen auf Kostenträger eines der wesentlichen Handlungsfelder und das bedeutet, eine große Datenmenge schnell und in komplexen Sachverhalten zu verarbeiten. Meist kommen die benötigten Informationen dabei aus unterschiedlichen und systemisch nicht miteinander verbundenen Quellen.

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Abbildung 3 Beispiel „Profitabilität“

Beispiel Controlling

Um hochdynamische Unternehmen – wie es Werkzeugbaubetriebe zweifelsfrei sind – steuern zu können ist für das Management eine entsprechende Informationsbasis unabdingbar. Einmal im Monat die vom Steuerberater zur bereitgestellte betriebswirtschaftliche Auswertung zur Kenntnis zu nehmen genügt hierbei längst nicht mehr. Detaillierte Einblicke in Kalkulationen und Kostenrechnung, der Abgleich der Betriebsdatenerfassung sowie u.a. eine Vorschau auf die Liquiditätsentwicklung sind nur einige der hier zu nennenden Themen. Die enormen Datenmengen welche hierbei mit sehr hoher Aktualität verarbeitet werden müssen stellen selbst mit dem Einsatz entsprechender EDV-Systeme noch eine Herausforderung dar. Hier sind die heterogenen und nicht ausreichend vernetzten Informationsquellen im Unternehmen oftmals die Hürde welche es zu nehmen gilt.

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Abbildung 4 Beispiel „Controlling“

Wie viel IT ist nun notwendig im Werkzeugbau? Die eigentlich relevante Frage ist jedoch, ob es gelingen kann all die Information zur richtigen Zeit in benötigter Qualität den anfordernden Personen zur Verfügung zu stellen? Und kann die Menge an Information überhaupt noch ohne EDV zeitnah zu ihrer Entstehung gehandhabt werden?

Um den modernen Werkzeugbaubetrieb heute führen zu können sind Transparenz und Klarheit in den Kosten- und Leistungsprozessen wesentliche Managementvoraussetzungen. Es bedarf eines ganzheitlichen Ansatzes in Verbindung mit vernetzen IT-Systemen um der Informationsmenge Herr zu werden.

Es gilt die gewonnenen Daten aufzubereiten und als Informationen verfügbar zu machen. Moderne IT-Systeme eröffnen hierzu völlig neue Möglichkeiten für das Management im Unternehmen. Omnipräsente Information, wie sie ein auf die Branche abgestimmtes modernes ERP-System leisten kann, sind heutzutage auch für die Unterstützungs- und Steuerungsprozesse im Unternehmen unabdingbare Managementhilfsmittel auf die eigentlich kein Unternehmenslenker mehr verzichten sollte.

Ein Kommentar zu „Die Demokratisierung von Information im Werkzeugbau

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